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Stell dir keine gründe Giraffe vorWas ist Magie? Worin besteht der Unterschied zwischen Magie und Sexualmagie? Was hat Tantra mit Magie zu tun? Welche Klippen hat ein Magier zu umschiffen? Adrian Schweizer hat sich dazu selbst befragt. «Du tust wenig aus eigenem Antrieb. Meistens brauchst du einen Anstoss, dass du etwas machst!» sagte meine Astrologin letzte Woche. Und so kam mir denn auch die Anfrage von TANTRA, etwas über Magie zu schreiben, nicht ungelegen. Aber wie den Text anpacken? Als Erfahrungsbericht? Als schulmeisterliche Moralpredigt? Als Interwiew? Ja, das gefällt mir! Was würde ich mich denn als erstes fragen? Adrian, zuerst eine recht alberne Frage. Was ist überhaupt Magie? Die Frage ist nicht albern. Jede Definition führt direkt ins Zentrum. Mein Lehrer Frater V...D... hat Magie in Anlehnung an Altmeister Crowley definiert als «die Kunst und die Wissenschaft, in Einklang mit dem Willen, mit Hilfe veränderter Bewusstseinszustände Veränderungen auf der grob- oder feinstofflichen Ebene herbeizuführen». Wenn ich dich richtig verstehe, ist ein Magier also eine Person, die willentlich verändert. Eine Person etwa, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt und ihre Zukunft selbst bestimmt. Was unterscheidet nun aber einen Magier von einem Zeitplanbuch-Benutzer? Nicht sehr viel! Beide richten ihre Gedanken auf ihre Zukunft und tun also genau das, was alle Menschen tun: Sie bestimmen und definieren mit ihrem Denken ihr Weltbild, ihre Gegenwart und ihre Zukunft. Alles was wir erfahren, hat so mein Weltbild seine Wurzeln in einem Gedanken. Die meisten Menschen sind sich dieser Tatsache aber nicht bewusst. Sie stehen am Morgen auf, denken «Was für ein beschissener Tag!» und wundern sich dann, dass diese Prophezeiung eintrifft. Der Zeitplanbuch-Benutzer und der Magier setzen die menschliche Fähigkeit der Bestimmung der eigenen Zukunft gezielt ein. Sie wünschen sich etwas und verfolgen diesen Wunsch, bis er eingetroffen ist. Du behauptest tatsächlich, dass Denken und Magie identisch sind? Ja und nein. Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass jeder Gedanke, den wir denken, ein magischer Akt ist. Was aber den Magier vom normalen Denker oder vom Zeitplanbuch-Benutzer unterscheidet, ist die Energie, mit dem der Gedanke in die Welt gesendet wird. Magier sind oft faule Menschen. Für sie ist es einfach zu anstrengend, einen Gedanken immer und immer wieder, Tag für Tag, zu denken und zu kontrollieren, ob das Resultat auch eingetroffen ist. Sie haben diesen Denkvorgang vereinfacht. Sie haben nämlich herausgefunden, dass die Wirkung der Gedanken grösser wird, wenn man sie in einem energetisch hohen Bewusstseinszustand aussendet. Beispielsweise im Zustand der Trance, der Ekstase oder der Meditation. Wem von uns ist das noch nie passiert, dass er beim Meditieren plötzlich Lösungen für seine Probleme gefunden hat oder mit einem Mal wusste, wo es die beste Pizza in der Stadt gibt? Ist das nicht magisch? Ja? Nicht unbedingt. Hast du keine besseren Beispiele? In einer meiner Tantra-Ausbildungen haben wir, ein Freund und ich, uns dadurch amüsiert, dass wir uns in den grossen Meditationsrunden, wo etwa 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Kreis sassen, eine Frau auf der gegenüberliegenden Seite des Kreises ausgesucht und uns gemeinsam vorgestellt haben, sie würde sich ekstatisch wie von Energiewellen durchströmt schütteln. Zur Verstärkung haben wir Energiestrahlen zu ihr projiziert. Es hat immer, und nicht nur zu unserer Freude, bestens funktioniert. Wie bist du eigentlich zur Magie gekommen? Das war vor genau zehn Jahren. Ich hatte schon oft gehört, dass Gedanken die Materie beeinflussen können, nur geglaubt hatte ich es nicht. Ich hielt es damals noch eher mit Karl Marx, der meinte, die Materie würde die Idee prägen. Wie dem auch sei, ich machte mit einigen Freunden Meditations-Exerzitien. Dazu lasen wir Richard Bachs «Illusionen». In diesem Buch findet sich eine Stelle, wo der Messias Richard Bach beibringt, wie er mit reiner Gedankenkraft Wolken am Himmel auflösen kann. Bach versucht es und es gelingt ihm. Ich habe das Experiment nach einigen Stunden meditieren auch versucht. Für den Anfang wählte ich mir eine kleine Wolke neben der Sonne aus und sagte zu ihr: «Liebe Wolke! Ich glaube zwar nicht so recht, dass ich dich auflösen kann. Aber ich bitte dich doch, nur versuchsweise, dass du den untern rechten Zipfel langsam auflöst.» Erstaunlicherweise hat es funktioniert. Natürlich habe ich die Wirkung zuerst den Winden zugeschrieben, skeptisch wie ich damals war. Trotzdem habe ich weiter geübt, und es gelang immer wieder. Als Gag und Abschluss dieser Übung habe ich mit vier Freunden zusammen einen Quader aus einer Kumuluswolke gelöst. Es ist einfach. Ich habe es später auch meiner Sekretärin beigebracht. Just for fun. Ich wusste nun, dass Magie funktionierte und habe mich nach Ausbildungen umgeschaut. Und welche Ausbildungen hast du gemacht? Zuerst war ich bei Frater V...D... und habe eine «Einführung in praktische Magie» genossen. Dies war sehr informativ. Frater V...D... hat ein riesiges Wissen. Dann habe ich mich in indianischer Magie bei Dr. Dr. Harley Swiftdeer Reagan ausgebildet. Ich habe beispielsweise am ersten Quodoushka-III-Kurs in Europa teilgenommen. Dazu kamen verschiedene Tantra-Seminare, etwa bei Margo Anand, Sunyata Saraswati, Gabrielle Roth und Julie Henderson. Zum Schluss folgte eine sehr intensive Ausbildung in NLP. Die Kunst des neurolinguistischen Programmierens NLP ist meines Erachtens die effizienteste Form moderner Magie. Das erste Buch der NLP-Erfinder Richard Bandler und John Grinder heisst ja nicht zufällig «The Structure of Magic». Und was hat Tantra mit Magie zu tun? Sehr, sehr viel. Durch tantrische Übungen können wir am einfachsten diesen Powermind generieren, den wir für den magischen Akt benötigen. Die sexuelle Trance ist die mächtigste Bewusstseinsveränderung und gleichzeitig diejenige, die wir am einfachsten erreichen können. Welche Erfahrungen mit praktischer Magie hast du gemacht? Fangen wir mit der Liebe an. Ich lebte einmal im gleichen Haus wie eine der schönsten und begehrtesten Frauen der Stadt. Wie ich sie zum erstenmal sah, habe ich mich augenblicklich in sie verliebt. Sie hat mich aber nicht weiter beachtet. So habe ich jedesmal, wenn mein Hirn nicht denken konnte, etwa wenn ich gerade wieder in die Aare sprang, mir folgendes gewünscht: «Ich will X kennenlernen, wenn sie frei ist und dies will.» Ich habe diesen Spruch etwa ein Jahr lang ein bis zwei Mal pro Woche ausgeschickt. In dieser Zeit habe ich mit ihr sicher nicht mehr als zehn Minuten gesprochen. Plötzlich hat sich die Frequenz unserer «zufälligen» Treffen in der Stadt dramatisch erhöht und ich wusste, dass es jetzt soweit ist. X hat mich dann auch «völlig unbegründet» zum Abendessen eingeladen und damit begann eine wunderbare Beziehung. Zweitens: Für Männer ist die Anschaffung eines Autos immer ein wichtiger Akt. Ich wollte mir vor Jahren einen Citroën CX mit höchstens 70000 Kilometern kaufen. Er sollte nicht älter als drei Jahre sein und bei einem Neupreis von 30000 Franken nicht mehr als 6000 Franken kosten. Ein recht kühner Wunsch. Ich machte das Ritual im Sommer und in der ersten Novemberwoche spürte ich, dass er nun da war. Ich kaufte mir eine Autozeitung und fand darin ein Angebot, das genau meinen Wünschen entsprochen hat: Ein Occasionshändler wollte sich auf Amerikanerwagen spezialisieren und brauchte Abstellplätze. Für den CX hatte er selbst mehr als 10000 Franken bezahlt, als er ihn übernommen hatte. Zum Schluss das Thema Beruf. Ich habe nach meinem Studienabschluss und der Anwaltsprüfung einige Jahre als Rechtsanwalt gearbeitet. Auf die Dauer hat mich das nicht mehr befriedigt und ich habe mich entschlossen, meinen Beruf zu wechseln und mich selbständig zu machen. Meine Kühnheit hat mir etliche schlaflose Nächte bereitet. Ich habe mich dann drei Tage auf eine einsame Alp zurückgezogen und meine Rituale gemacht. Danach war die Zukunftsangst weg und es hat alles geklappt. Ich arbeite heute freiberuflich als Management-Consultant, habe sehr viel Spass bei der Arbeit und verdiene erst noch mehr als in meiner Tätigkeit als Anwalt. Du besorgst dir mit Magie Frauen, Autos und Arbeit. Ist das nicht schwarze Magie? Was ist schon schwarze Magie? Frater V...D... definiert schwarze Magie als «die Magie der andern». Etwas präziser formulierte es Batty Gold, Swiftdeers Stellvertreter. Er meinte, weisse Magie würde niemandem etwas wegnehmen. Weisse Magie würde ganz einfach das Glück zu meinen Gunsten beeinflussen, ohne dabei in den Willen von jemand anderem einzudringen. Der «Anbieter» sei eh gerade dabei, eine Wahl zu treffen, und mein Angebot habe dann einfach mehr Kraft als die Angebote anderer. Er beschrieb dies anhand eines Hauses, das er sich gerade herbeigezaubert hatte. Er habe sich mit seiner Partnerin das Haus ganz genau vorgestellt. Er wusste, wo es sein sollte, wieviele Räume es haben und wieviel es kosten sollte. Danach sei er mit seiner Partnerin ins Bett gestiegen und sie hätten sich das Haus «erschlafen». Am nächsten Tag seien sie zum erstbesten Makler gegangen und hätten sich ihren Wunsch abgeholt. Er sei selbst erstaunt gewesen, wie einfach dies gegangen sei. Wenn ich mir eine grünäugige, rothaarige Löwe-Frau wünsche, die mindestens ein Meter achtzig gross ist, einen Dr. in Medizin hat und einer selbständigen Tätigkeit nachgeht, so ist dies weisse Magie. Eine solche Frau ist auf dem «freien Markt erhältlich». Wenn ich mir die Frau meines Nachbarn wünsche, ist dies schwarze Magie. Was geschieht, wenn wir dieses Gesetz nicht berücksichtigen und schwarzmagisch arbeiten? Nichts Besonderes. Du musst einfach bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Frater V...D... schilderte dazu folgenden Fall. Einmal sei eine Frau zu ihm gekommen und habe um ein Ritual gebeten. Selbstverständlich ein rein weissmagisches. Als er nachgefragt habe, worum es gehe, habe die Frau gesagt, dass er ihr ihren Freund zurückholen solle, der mit einer andern Frau getürmt sei. Frater V...D... habe sich bereit erklärt, das Ritual durchzuführen. Sie müsse sich allerdings bewusst sein, dass sie damit in den Willen ihres ehemaligen Freundes eingreife. Er würde sicher wieder zu ihr zurückkommen. Ob aber mit Blumen oder mit einem Messer in der Hand, könne er nicht sagen. Die Frau habe dankend auf das Ritual verzichtet. In der klassischen Magie ist es aber durchaus üblich, sich auch in der Kampfmagie zu schulen, das heisst, im bewussten Eingriff in den Willen anderer. Schlimm, nicht wahr? Aber wie oft hast du schon in den Willen anderer eingegriffen? Etwa indem du von jemandem gefordert hast, dass er dir Anerkennung zollt oder dass er dich liebt. Alles schwarze Magie. Gibt es weitere Klippen, die der Weissmagier umschiffen muss? Ja! Es empfiehlt sich aufzupassen, dass der Zauberspruch nicht gegen dich selbst losgeht. Am besten befolgst du die vier ersten Regeln der NLP-Zielbestimmung. 1) Formuliere dein Ziel positiv. Damit verhinderst du, dass du mit Negationen arbeitest. Da das menschliche Gehirn keine Negationen erzeugen kann, formulierst du sonst genau das, was du nicht willst. Und genau das kriegst du dann auch. Noch nicht überzeugt? Gut, dann stell dir bitte jetzt keine grüne Giraffe vor, rieche keinen schwarzen, frisch gebrühten Kaffee und spüre nicht, wie es sich anfühlt, wenn du Schokolade mit kleinen Partikeln von Aluminiumfolie zwischen deinen Amalgamfüllungen zerreibst. Der Wunsch «Ich will nicht mehr rauchen!» bewirkt also mit Sicherheit, dass du noch mehr rauchst. 2) Formuliere dein Ziel so, dass es für dich selbst erreichbar ist. Dazu habe ich genug gesagt, als wir über schwarze Magie geprochen haben. 3) Formuliere dein Ziel sinnlich-konkret. Batty Gold erzählte dazu die Geschichte eines seiner Schüler, der sich einen grünen VW-Bus gewünscht hat. Dazu hat er sich vorgestellt, wie der Bus auf einer Strasse unter der heissen Sonne Arizonas steht. Der Schüler hat dann auch sehr rasch den gewünschten VW-Bus erhalten, nur ist der aber leider immer wieder unter der sengenden Sonne Arizonas stehengeblieben. Mal hatte er diesen Schaden, mal einen andern. Der Schüler hätte sich wohl besser einen fahrenden VW vorgestellt. Wir kriegen genau das und nur das, was wir uns wünschen. 4) Beachte die Ökologie deines Wunsches. Sei dir bewusst, was sich für dich verändert, wenn dein Wunsch in Erfüllung geht. Was wird hinzukommen? Was wird gleich bleiben? Was wirst du verlieren? Soviel zur Präzision beim Wünschen. Wer mehr wissen will, schaue bei NLP rein. Es gibt noch sechs weitere wichtige Regeln. Darunter auch die Frage nach dem sekundären Gewinn: Was bringt es mir, dass sich mein Wunsch nicht schon gestern erfüllt hat? Du hast vorhin angetönt, dass man mit Tantra ganz besonders leicht in einen veränderten Bewusstseinszustand kommen kann. Was ist der Unterschied zwischen normaler Magie und Sexualmagie? Sowohl der normale Magier als auch der Sexualmagier brauchen als Treibladung für ihre Wünsche veränderte Bewusstseinszustände. Der normale Magier erreicht diesen Zustand durch Schlafentzug, monotone Tätigkeiten wie stundenlanges Trommeln oder Tanzen Tekkno! -i, Angst- oder Ekelerzeugung oder Meditation. Der Sexualmagier braucht zur Induktion des veränderten Bewusstseinszustandes sexuelle Stimulation. Entweder ist diese autoerotischer Art oder besteht aus Geschlechtsverkehr mit einem Partner oder mehreren Partnern. Es ist dabei nicht notwendig, das der oder die Partner in das Vorhaben des Magiers eingeweiht sind. Du kannst dir auch ganz einfach beim nächsten Orgasmus, anstatt Blümchen zu sehen und Vögel zwitschern zu hören, vorstellen, was du haben möchtest. Stelle es dir möglichst mit allen Sinnen vor. Dann ist es besonders effizient. Wenn du dich dabei nicht von aussen siehst, sondern assoziiert in dir drin steckst und siehst, wie sich dein Wunsch erfüllt hat, dann ist die Wirkung geradezu bombastisch. Das haben Tim Halbom und Suzie Smith, zwei amerikanische NLPler, mit einer grösseren Studie mit Menschen belegt, die eine überdurchschnittlich hohe Tendenz haben, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Interessant ist es, wenn du es schaffst, mit deinem Partner gleichzeitig einen ekstatischen Zustand zu erreichen. Da müsst ihr gemeinsam dran arbeiten. Wie das geht, habe ich gerade im neusten «Connection Tantra-Special» beschrieben. Ganz besonders stark ist die Wirkung, wenn man es als Gruppe schafft, einen ekstatischen «state» zu generieren und diesen zu nutzen. Das wussten auch die Nazis, die in ihren Aufmärschen und Paraden durch Synchronisation von Zehntausenden von Energie-Systemen Menschen Massen-Ekstase erzeugt haben. Die freigesetzte Energie haben sie, geprägt mit den Zielen und Wünschen Hitlers, auf die Reise in die Zukunft geschickt. Der «Totale Krieg» ist dann auch tatsächlich eingetreten. Soll sich jedermann, der will, mit Sexualmagie befassen oder gibt es da Vorbehalte? Das ist so eine Sache. Von Pete Caroll, dem Begründer der Chaos-Magie, erzählt man sich, dass immer wieder Arbeitslose in seine Ausbildungen kommen wollen. Er würde sie bereitwillig aufnehmen. Unter einer Bedingung: Sie müssten ihre erste magische Aufgabe lösen, und die würde darin bestehen, bis spätestens in einer Woche Arbeit gefunden zu haben. Die Einstellung finde ich toll. Denn wie will sich jemand die Zukunft gestalten, wenn er nicht mal in der Lage ist, die Gegenwart zu meistern. Ein Magier braucht also Wille und Durchsetzungskraft. Was sonst noch? Einen gut strukturierten Alltag, der ihn erdet. Sexualmagie ist ein bisschen wie mit Bomben spielen. Es kann dabei wirklich etwas in Bewegung geraten. Und dafür sollte man gewappnet sein. Da sehe ich das gleiche Problem wie bei vielen Tantra-Gruppen. Früher hat man x+1 Vorbereitungsgruppen gemacht und dann, wenn man bereit war, quasi als Krönung, hat man an einer Tantra-Gruppe teilgenommen. Tantra war so etwas wie die Königsdisziplin. Heute kommen Menschen, die noch nie in ihrem Leben eine Gruppe gemacht haben, in ein Ekstase-Training. Das kommt mir oft so vor, als würde man schon in der ersten Fahrstunde mit 250 Stundenkilometern über die Autobahn rasen. Einige haut es dann auch schlicht aus den Socken. Aber daran sind nicht Tantra oder die Magie schuld, sondern schlicht die mangelnde Vorbereitung der Teilnehmer. Gibt es gesundheitliche Vorbehalte? Ja! Psychisch Angeschlagene, Borderliner und Menschen, die gerne ausrasten, sollten ihre Finger von der Magie lassen. Sie sollten sich auch nicht mit Meditation und ähnlichen Techniken abgeben, die noch die Tendenz steigern, die Energie nicht auf dem Boden dieser irdischen Realität halten zu können. Ich kenne jemanden, der schon nach zehn Minuten Zen-Meditation in einem Saal mit hundert Meditierenden einen Schub gekriegt hat und 20 Kilometer joggen musste, um sich wieder zu erden. Weiter sollte man die Finger von Ritualen lassen, denen man nicht gewachsen ist. Ich habe von drei Physikern in München gehört, die aus Jux und Dallerei mit der Ritual-Anleitung wie mit einem Kochbuch in der Hand eine Wesenheit erschaffen haben, die sie, trotz mehrmaligem Wohnungswechsel, nicht mehr los wurden. Immer folgte einem von ihnen ein kalter, feuchter Schatten. Am Schluss half nur ein Exorzismus. Goethes «Zauberlehrling» hat schon etwas an sich. Denn das grösste Problem der Magie ist nach Frater V...D..., dass sie funktioniert. Adrian, ich danke dir für das Gespräch. Barcelona, Parc Güell, 24. März 1994, und Iberia B4476 Barcelona-Zürich. Erschienen in TANTRA Nr. 2, Juli 1994. © Alle Rechte der Texte und Bilder liegen beim Herausgeberverein YABYUM, Zürich, und den Autoren und Autorinnen. |
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